Chronik
Die Gründung:
Am 16. Mai 1920 trafen sich 19 Männer und 3 Frauen im Gasthaus „Eisenbahn“ beim Bahnhof, um den Gebirgs-Trachten-Erhaltungs-Verein D´ Arztberger Eisenärzt ins Leben zu rufen.
Die Gründungsmitglieder waren Angerer Josef, Berger Stefan, Braxenthaler Hans, Eder Michael, Fritzenwenger Stefan, Gerhartsreiter Hans, Göllner Georg, Gellner Lorenz, Helminger Lorenz, Hochneder Isidor, Hochreiter Lorenz, Huber Georg, Plenk Lorenz, Nagl Franz, Scheck Franz, Scheck Johann Baptist, Schürf Sepp, Schweiger Josef, Wimmer Albert, Braxenthaler Anni, Klapfenberger Zenta, Kurfer Thekla.
Die Gründungsmitglieder wählten am gleichen Abend Georg Göllner zum 1. Vorstand, Stefan Berger wurde 2. Vorstand.
Auf Antrag wurde man als Mitglied beim Gauverband I. aufgenommen.
Die ersten Jahre bis 1945:
Aus dieser Zeit sind relativ wenig Unterlagen vorhanden, es ist jedoch belegt, dass der Verein als erste größere Veranstaltung eine Faschingshochzeit durchführte. Der Erlös dient als Grundstock für die Anschaffung einer Fahne.
Im Jahre 1922 wird die erste Faschingsdult abgehalten. Als Vereinslokal wird das Gasthaus „Alpenrose“ bestimmt.
Am 23. Mai 1923 wurde die 1. Fahnenweihe der Arzter Trachtler mit einem prachtvollen Fest gefeiert. Jedes Haus ist festlich geschmückt und aus Nah und Fern kommen die Festgäste, sie werden von 3 Musikkapellen empfangen. In der Wallfahrtskirche Maria Eck wird durch einen Klostergeistlichen die erste Fahne geweiht. Die Patenschaft übernimmt der Trachtenverein Siegsdorf. Fahnenmutter ist Karolina Huber und Fahnenbraut Notburga Högl. Der Festzug durch das festlich geschmückte Eisenärzt stellt ein besonderes Erlebnis in der noch kurzen Vereinsgeschichte dar.
Der Verein stellt sich nach und nach vielen Aufgaben, vor allem aber: Sitt´ und Brauchtum zu erhalten.
1930 zählt der Verein bereits über 60 Mitglieder. Neben kirchlichen und weltlichen Festlichkeiten führt man Plattlerabende, Weihnachtsfeiern und Faschingsveranstaltungen durch.
1931 wird unter anderem beschlossen, keinen Trachtler unter 17 Jahren zum Steirertanz zu nehmen, und Trachtenstoff für 11 Joppen zu kaufen. Mit einem Pferde-Festwagen und 29 Trachtlern besucht man das Waldfest in Fritz am Sand, und per Lastwagen mit Anhänger wird das 30 jährige Gründungsfest in Reit im Winkl mit 60 Trachtlern besucht, die lange Heimfahrt nach dem schönen Fest wird mehrmals unterbrochen, um Brotzeit zu machen.
Ein Gartenfest mit Preisplattl´n und Almtänze werden abgehalten.
Zum ersten Mal spielt der Verein das Theater „Almarausch und Edelweiß“, ein Kathreinkranz´l und die Christbaumfeier mit Einakter werden abgehalten.
1932 ist in zwei Generalversammlungen wegen Streitereien keine Vorstandswahl möglich, so dass die bisherige Vorstandschaft weiter fungiert. Der Mitgliedsbeitrag für Männer wird auf 1,- Reichsmark und für die Weiberleut auf 50 Pfennig festgelegt.
Von 1935 bis 1938 veranstaltet man für „Kraft durch Freude“ Almtänze, besucht Fahnenweihen sowie Gründungs- und Gaufeste.
1939 stirbt der 1. Vorstand Franz Kecht nach nur dreimonatiger Amtszeit, was alle Trachtler tief erschüttert.
Ein Weiber- und Dirndlkranz´l wird abgehalten und ein neuer Maibaum aufgestellt. Der letzte große Auftritt ist beim Kreistag in Traunstein, wobei sich der Verein mit einem Festwagen mit der Darstellung der alten Hammerschmiede beteiligt. Es werden noch einige Almtänze abgehalten. Sonstige Veranstaltungen finden nicht mehr statt, weil der Krieg ausbricht und fast alle jungen Aktiven und wehrfähigen Männer einrücken müssen. Eine traurige Zeit beginnt.
Die Gemeinde teilt dem Verein im Jahre 1940 mit, dass alle Zinnteller, Zinndeckel, Becher sowie eingefasste Hörner als großes Opfer für den Führer Adolf Hitler abgeliefert werden müssen.
Am 18. April 1941 wird Gründungsvorstand und Ehrenmitglied Georg Göllner zu Grabe getragen.
Die Jahre 1945 bis 1949 unter Vorstand Michael Eder:
Im Mai 1945 ist der Krieg zu Ende. Die Amerikaner besetzen Eisenärzt. Es herrscht einerseits Erleichterung, andererseits aber auch tiefe Trauer bei den Trachtlern wegen der vielen gefallenen. Eine schlechte Zeit steht uns bevor, denn Häuser wie die Gemeinde und das Gasthaus „Alpenrose“ werden von den Amis beschlagnahmt und ein Nachtausgehverbot wird verhängt. Die im Vereinslokal „Alpenrose“ untergebrachte Vereinsfahne wird von den Amerikanern als Beutestück mitgenommen. Die jungen Arzter treffen sich über Schleichwege im Wagenstadel beim Bischof zum Tanz (Musik mit Plattenspieler). Später trifft man sich mit den Siegsdorfer Trachtlern beim Ober in Höpfling, um gemeinsam wieder mit dem Plattl´n und dem Steirertanz zu beginnen. Es kommt wieder Leben in den Verein.
Bei einer Ergänzungswahl im Dezember 1945 wird Hans Birnbacher zum Kassier gewählt und bleibt es 51 Jahre. Man veranstaltet das 1. Silvesterkranz´l nach dem Krieg.
Die erste ordentliche Generalversammlung nach dem 2. Weltkrieg wird am 17. Februar 1946 abgehalten. Die Neuwahl hat folgendes Ergebnis:
1. Vorstand Michael Eder, 2. Vorstand Friedrich Hochreiter, Schriftführer Josef Egginger, Kassier Hans Birnbacher, Vorplattler Sebastian Schürf.
In den Sitzungen befasst man sich mit der Anschaffung einer Gedenktafel für die gefallenen und verstorbenen Mitglieder sowie mit der Anschaffung einer neuen Fahne, welche bei der Firma Auer in München bestellt wird.
Am 26. Mai veranstaltet man erstmals nach dem Krieg einen Almtanz sowie einen Maitanz mit der Eisenärzter Blechmusi.
Am 14. und 15. September 1946 erfolgt die Weihe der neuen, zweiten, Fahne durch Hochwürden Professor Kuhn mit der Fahnenmutter Therese Eder und der Fahnenbraut Lina Bichler. Als Patenverein fungiert wie bei der ersten Fahnenweihe 1923 der Trachtenverein von Siegsdorf. Das Dorf ist festlich geschmückt, der Kirchen- und Festzug führt vom Bahnhofsvorplatz zur Bischofswiese in Hörgering und Zurück. 91 Vereine sind gekommen und mit der Fahne wird auch die Gedenktafel geweiht. Den Gauverband I vertritt der 2. Gauvorstand Rinser von Wildenwart. Ein festlicher und schöner Tag für den Verein und für den Ort Eisenärzt.
Am 4. Mai 1947 erfolgt die Aufstellung eines neuen Maibaumes bei der alten Schmiede, wobei die von Theo Scheck erstmals neu aufgestellte Kindergruppe ihr können zeigt. Man veranstaltet Almtänze und Preisplattl´n, eine Weihnachtsfeier und beteiligt sich an Fahnenweihen und Gründungsfesten.
Die Jahre 1949 bis 1956 unter den Vorständen Sepp Biermaier, Sepp Schürf, Martin Eder und Stefan Scheiblegger:
Im Jahre 1949 gibt es große Debatten und Auseinandersetzungen wegen der Schroffenplattler und der so genannten „Cafehaustrachtler“.
Am 1. Mai 1953 wird ein neuer Maibaum, erstmals beim Anwesen Loidiller (später Hofbräustub´n und Sparkasse) neben dem Dorfbrunnen aufgestellt, welchen die Ruhpoldinger gestohlen hatten, die schönen Figuren fertigt Siegfried Reiter sen. an.
Bei der Generalversammlung im Herbst 1953 zählt der Verein 205 Mitglieder.
Es finden die üblichen jährlichen Veranstaltungen statt.
In der Generalversammlung am 27. Oktober 1956 spricht der 2. Vorstand Sepp Schürf vom Idealismus, der vor 30 Jahren, 1926, noch vorhanden war, und von der alten Arzter Tracht, welche an andere Orte (überwiegend Ruhpolding) verschenkt wurde.
Die Jahre 1957 bis 1960 unter Vorstand Siegfried Reiter sen.:
In einer Versammlung kommt es zu Auseinandersetzung wegen der Bildung einer Schrammelmusik, weil man befürchtet, dass diese die Blechmusi verdrängen wird. Besonders gut besucht sind in diesen Jahren die Almtänze, jährlich 14 bis 15, sowie die Stefaniefeier mit Christbaumversteigerung.
Man beschließt, im Jahre 1960 das 40-jährige Gründungsfest mit der Weihe einer neuen Fahne durchzuführen. Es wird eine neue Kindergruppe aufgestellt.
Durch Beschluss vom 20. Januar 1960 wird bei der Firma Auer in München eine neue Fahne für DM 2500,- bestellt, man fährt mit 60 Personen zu den Siegsdorfer Trachtlern zum Patenbitten. Therese Eder wird gebeten, das Ehrenamt der Fahnenmutter und Rosa Probst das Amt als Fahnenbraut zu übernehmen.
Am 25. und 26. Juni 1960 wird das 40-jährige Gründungsfest mit der Weihe der 3. Fahne durchgeführt. Beim Festabend im Festzelt (Nähe Sportplatz) werden die Gründungsmitglieder mit der Ehrenbrosche geehrt. An diesem gelungenen Abend nimmt auch Gauvorstand Adlmaier teil.
Am Festtag findet ein herrlicher Kirchen- und Festzug durch den schön geschmückten Ort mit dem Feldgottesdienst am Sportplatz statt, wobei Kaplan Mooshuber (ein Eisenärzter) die Weihe der Fahne vornimmt.
Außer den Ortsvereinen sind 14 geladene Trachtenvereine und viele Zuschauer gekommen. Die neue Fahne wird von der Kindergruppe mitgetragen.
Die Jahre 1961 bis 1971 unter den Vorständen Englbert Dufter sen. und Siegfried Reiter sen.:
Bei der Jahreshauptversammlung im Jahre 1962 wird die mehrmalige Fahnenmutter Therese Eder zur Ehrenfahnenmutter ernannt.
In der Generalversammlung im Oktober 1963 wird Sepp Unterhauser zum Ehrenvereinsmusiker ernannt und erstmals Walburga Hochreiter als Frauenvertreterin bestellt.
Am 17. Oktober 1965 wird das neu erbaute Familienferiendorf unter Mitwirkung der Aktiven eingeweiht.
1968 wird ein neuer Maibaum gefällt und von den „Wetzstoanern“ von Ruhpolding gestohlen. Die Arzter Trachtler stehlen ihnen dafür die Sau „Resi“. Der Baum wird festlich geschmückt und am 1. Mai vierspännig von den Ruhpoldingern mit der Blaskapelle gebracht und gemeinsam mit viel Gaudi und Beifall aufgestellt.
In der Generalversammlung am 5. Oktober 1969 wird Beschlossen, Mitglieder bei 40-jähriger Vereinszugehörigkeit zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Ab 1993 gilt diese Regelung nicht mehr. Die Bänder der alten Fahne werden erneuert.
In der Sitzung am 11. April 1970 beschließt man die Durchführung des 50-jährigen Gründungsfestes, bildet einen Festausschuß und fährt zum Patenbitten zu den Trachtlern nach Siegsdorf.
Am 4. und 5. Juli wird das 50-jährige Gründungsfest gefeiert und hierfür am Eisplatz ein Festzelt aufgestellt. Der Festgottesdienst wird von Pfarrer Hartl abgehalten, wobei sich 3 Kapellen und 25 Vereine beteiligen.
Der Festzug führt über Hörgering zur Dorfmitte, vorbei an festlich geschmückten Häusern, bei sehr schönem Wetter zurück zum Sportplatz.
Man nimmt teil an der Trachtenwallfahrt nach Maria Eck und vielen Festen sowie beim Schützenfest in Schwerte.
Ein einmaliges Erlebnis für die Aktiven Trachtler ist die Teilnahme bei der Fernsehauftaktsendung „Ein Platz an der Sonne“ am 5. September in Hamburg.
Bei der Versammlung im Jahre 1971 gibt es heftige Diskussionen zwischen der Vorstandschaft und den Aktiven. Vorstand Reiter erklärt seinen Rücktritt, der Grund hierfür war die Uneinigkeit zwischen den Vereinen wegen der Gebietsreform und der Eingemeindung nach Siegsdorf. Es finden erste Besprechungen wegen des Baus einer Mehrzweckhalle statt.
Die Jahre 1971 bis 1978 unter Vorstand Franz Pertl:
Bei der Generalversammlung 1972 wird beschlossen, die Neuwahl der Vorstandschaft nur mehr alle 3 Jahre vorzunehmen. Die Aktiven sind eingeladen zum Schützenfest in Schwerte, sowie am 17. April zur Fernsehauftaktsendung „Ein Platz an der Sonne“ in München.
Am 19. September 1972 wird Gründungsmitglied und Ehrenvorstand Michael Eder zu Grabe getragen, er hat sich um den Verein besonders verdienst gemacht. Die neue Fahne und ein Fahnenband werden renoviert.
Der Verein beteiligt sich 1974 beim 100-jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr von Eisenärzt. Bei der Jahreshauptversammlung am 30. November werden Sepp Schürf und Englbert Dufter zu Ehrenvorständen ernannt. Dem tüchtigen Kassier Hans Birnbacher wird zum 60. Geburtstag ein Geschenkkorb überreicht, wobei dieser den Wunsch äußert, bis zu seinem 80. Geburtstag Kassier bleiben zu dürfen.
In der Generalversammlung am 25.10.1975 wird die Vorstandschaft auf drei Jahre wiedergewählt. Leonhard Hasselberger übernimmt die Kinder- und Jugendgruppe. Eine von Theo Scheck erstellte Satzung wird angenommen und der Vereinsbeitrag von bisher DM 3,- auf DM 4,- erhöht.
1976 wird die Ehrenfahnenmutter Therese Eder wird zu Grabe getragen.
Man nimmt 1978 als Patenverein bei der Buschenweihe mit Gründungsfest in Kindberg/Steiermark teil und überreicht das Patenband.
Die Jahre 1978 bis 1990 unter Vorstand Leonhard Hasselberger:
In der Jahreshauptversammlung mit Ehrungen kann die Neuwahl der Vorstandschaft nicht durchgeführt werden, weil Franz Pertl eine Wiederwahl ablehnt. In einer neu angesetzten Versammlung, am 11. November wird Leonhard Hasselberger zum 1. Vorstand und Franz Pertl zum 2. Vorstand gewählt.
Mit 100 Mitgliedern besucht man 1979 das 85. Gründungsfest der Heutauer Trachtler. Bei der Jahreshauptversammlung am 10. November wird der Erlass einer neuen bereinigten Satzung mit Eintrag in das Vereinsregister beschlossen.
1980 wird erstmals ein 4-Vereine Preisplattl´n mit den Nachbarvereinen Grabenstätt, Hammer, Vachendorf und unserem Verein in Eisenärzt durchgeführt. Am 30. und 31. August wird das 60-jährige Gründungsfest zusammen mit unseren Patenvereinen aus Siegsdorf und Kindberg und den Ortsvereinen gefeiert.
Im Rahmen des Festabends im Gasthaus „zur Traun“ werden die letzten noch lebenden Gründungsmitglieder, Thekla Kurfer, Baptist Scheck, Sepp Schürf und Albert Wimmer, besonders geehrt. Der Kirchen- und Festzug führt durch das schön geschmückte Dorf. Den Feldgottesdienst hält Pfarrer Gehrlein auf der Bischofwiese und als Patenverein fungiert, wie schon bei den vorangegangenen Festen der Trachtenverein aus Siegsdorf.
Im Juni 1981 wird unser Gründungsmitglied und Ehrenvorstand Sepp Schürf, welcher sich um den Verein seit der Gründung verdient gemacht hat, zu Grabe getragen.
Ehrend und einmalig dürfte der 1. Auftritt von 35 aktiven Trachtlern aller Trachtenvereine der Großgemeinde Siegsdorf am 1. Juni in Berlin gewesen sein, anlässlich der Abschiedsveranstaltung für den scheidenden Bundespräsidenten Carl Carstens, unsere Trachtler überreichen bei dieser Feier einen schönen Alpenblumenstrauß.
Am 11. und 12. Juni 1988 sind wir als Patenverein beim 60-jährigen Bestandsfest der „Schneerosner“ in Kindberg/Steiermark. Die Aktiven und die Goaßlschnalzer von Siegsdorf wirken beim Festabend mit.
Bei den Almtänzen ab 1990 sind zahlreiche Besucher aus den neuen Bundesländern anwesend. Das Feriendorf veranstaltet am 8. September 1990 im Zelt einen Jubiläums-Festabend, bei welchem die Aktiven, wie schon bei der Einweihung im Jahre 1965, auftreten.
Die Jahre 1990 bis 2003 unter Vorstand Erich Hasselberger:
Bei der Generalversammlung am 10. November 1990 wird der Bruder des bisherigen Vorstands, Erich Hasselberger, zum 1. Vorstand gewählt.
Die Figuren für den neuen Maibaum werden von Jugendleiter Hans Scheck angefertigt.
Man gratuliert am 16. Februar 1992 dem noch einzig lebenden Gründungsmitglied Thekla Kurfer zum 90. Geburtstag.
Am 27. März 1993 stirbt der langjährige Vorstand und Ehrenvorstand Englbert Dufter.
In der Jahreshauptversammlung im Herbst wird beschlossen, dass ab dem Jahr 1993 für 40-jährige Mitgliedschaft nur noch eine Ehrung vorgenommen wird, ohne jedoch Ehrenmitglied zu werden. Ehrenmitglied wird nur, wer sich um den Verein besonders verdient gemacht hat. Anlässlich des 80. Geburtstages von Hans Birnbacher, welcher bereits 50 Jahre dem Verein als Kassier dient (einmalig im Gauverband), veranstaltet der Verein einen schönen Vereins-Hoagart, bei welchem dieser besonders geehrt wird.
In der Versammlung am 11. März 1995 werden die Besucher, außer den üblichen Berichten über die Einzelheiten des bevorstehenden Gründungsfestes mit Fahnenweihe und Festwoche informiert. Festleiter ist Vorstand Hasselberger.
Die Festwoche zum 75-jährigen Gründungsfest beginnt am Mittwoch, dem 02. August mit einem Tanz- und Unterhaltungsabend, darauf folgt am Mittwoch eine Tanzparty, veranstaltet von den Eisenärzter Ortsvereinen, und am Freitag, dem 4. August ist der Tag der Betriebe, Vereine und Vermieter.
Am Samstag, dem 5. August ist Standkonzert der Musik- und Festkapelle Vogling-Siegsdorf am Eisenärzter Hof, anschließend Heldenehrung am Kriegerdenkmal in Hörgering. Hierauf marschiert man zum Festzelt am Sportplatz, begrüßt von einem Salut der Eisenärzter Böllerschützen. Der anschließende Jubiläumsheimatabend ist sehr gut besucht, und in dessen Rahmen wurde besonders das einzig noch lebende Gründungsmitglied Thekla Kurfer, geehrt.
Der Festsonntag beginnt um 6:00 Uhr morgens mit musikalischem Weckruf bei Gründungsmitglied Thekla Kurfer, bei Bürgermeister und Schirmherr Franz Maier, sowie bei Fahnenmutter Juliane Scheiber und Fahnenbraut Ingrun Lohberger. Der Kirchenzug führt zum Hörgeringer Feld, wo Pfarrer Gehrlein einen würdigen Gottesdienst zelebriert und die neue Vereinsfahne und die Bänder weiht. Die Fahne wurde bei der Firma Jaeschke in Engelsberg hergestellt, und enthält die alten Fahnenbilder von 1960. Der Festzug führt durch das prächtig geschmückte Dorf, gesäumt von vielen Zuschauern; es sind 29 Trachtenvereine, 10 Musikkapellen und 10 weitere Ortsvereine – insgesamt ca. 2300 Teilnehmer – ein einmaliger Tag in der Eisenärzter Geschichte.
Im Herbst erhält der Verein als verspätetes Geburtstagsgeschenk von der Gemeinde einen Raum im Erdgeschoß des Eisenärzter Gemeindehauses.
Man beteiligt sich im Jahre 1996 beim Ausbau des Gartenfest-Abstellraums, im Garagengebäude des Hauses der Vereine.
Am 8.2.1997 wird anstatt des traditionellen Weiber- und Dirndlkranzl´s (welches immer weniger Zuspruch fand) erstmals mit der Feuerwehr der „1. Eisenärzter Freistaatsball“ im Eisenärzter Hof veranstaltet. Die Besucherzahl war so hoch wie nie, und sollte sich in den folgenden Jahren weiter steigern.
Am 16.2. gratuliert man dem Gründungsmitglied Thekla Kurfer zum 95. Geburtstag.
Bei der Jahrshauptversammlung wird Ehrenkassier Hans Birnbacher nach 51 Jahren in den verdienten „Ruhestand“ entlassen, sein Nachfolger wird Andreas Scheck.
Der Eisenärzter Hof hat keinen Pächter mehr, die Brauerei Kiesel teilt uns mit, dass wir den Saal aber noch rund ein Jahr zum Proben nutzen können. Hierauf wird beschlossen, ein Gespräch mit Bürgermeister Maier anzustreben, um das Saal- und Probenraumproblem zu beheben. Daraufhin wird im November 1997 von 3. Bürgermeister Konrad Göllner bekannt gegeben, dass die Gemeinde den Umbau der Gauschule in der Dorfmitte plant, und hier eine neue Heimstätte des Trachtenvereins vorgesehen ist.
Der 2. Freistaatsball wird 1998 erstmals im Feriendorf Eisenärzt wieder gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt. Die gesamte Arbeit (Aufbau, Bewirtung, Bar, usw.) werden von den beiden Vereinen durchgeführt – viel Arbeit, die sich in den folgenden Jahren immer besser bewähren wird, wie der Besucherzulauf zeigt.
In den folgenden Jahren geht es immer wieder um den dringend benötigten Trachtenraum, da der vorläufig genutzte Gymnastikraum im Haus der Vereine viel zu klein ist.
Am 11.10. besucht man das 70-jährige Bestandsfest unserer Patenkinder D´ Schneerosner z´ Kindberg. Unter anderem brachten die Aktiven zum ersten Mal in der Eisenärzter Geschichte den Kronentanz zur Aufführung.
Am 4.8.1999 wurde unter großer Anteilnahme unser letztes Gründungsmitglied Thekla Kurfer im hohen Alter von 97 Jahren zu Grabe getragen.
Im Januar 2000 wird vom Trachtenverein im Feriendorf eine Schankanlage und eine Bewirtschaftungsküche an-, bzw. eingebaut. Diese Maßnahme bewährte sich bei allen folgenden Veranstaltungen hervorragend. Die direkte Saalanbindung erleichtert vieles, und birgt viele Möglichkeiten für den verein.
Den 80. Geburtstag des Vereins feiert man am 28.10. mit einem Vereins-Hoagart im Feriendorf. Viele Musikgruppen aus Nah und Fern trugen zu diesem einmaligen Erlebnis im ausverkauften Saal bei.
Im Jahre 2001 beginnt der Umbau der Gauschule, und so wird von den Aktiven Buam schließlich am 1.6. der Firstbaum gestohlen, welcher am 5.6. festlich geschmückt mit dem Rossgespann vom Klapfenberger Franz zurückgebracht wird.
Die Aktiven fahren am 28.07. zum Maibaumumschneiden nach Schladming, um die Verbindung mit den dortigen Trachtlern, die bei der Hochzeit von unserem Aktiven Buam Gerhard Berger entstand, weiter zu festigen.
Am 3. August findet schließlich die Einweihung des neuen Trachtenraumes durch Mitglied Pfarrer Dr. Gehrlein und seinen evangelischen Kollegen Wnendt statt. Viele Gratulanten, darunter Gauvorstand Peter Eicher und die Patenvereine aus Siegsdorf und Kindberg geben uns die Ehre Ihres Besuches. Nach langer Zeit haben die Arztberger Trachtler endlich eine feste Heimat gefunden.
Die Jahre ab 2003 unter Vorstand Hans Scheck:
In der Jahreshauptversammlung am 15. März 2003 im neuen Trachtenraum wird Hans Scheck zum 1. Vorstand gewählt.

Aktive Buam und Dirnd´l im Jahre 2003, h.v.l.: Matthias Dufter, Alois Lankes, Christian Scheck, Franz Klapfenberger jun., Andreas Scheck, Stefan Buchner, Thomas Scheck, Michael Schmidt, v.v.l.: Nicole Hille, Marion Hieke, Siemone Hieke, Bärbel Guggelberger, Tanja Wendl, Margit Wendl, Kathrin Obermayer, Annemarie Lankes
Am 20. Juli besucht man das Gaufest in Berchtesgaden, und kehrt danach im Bergcafé Reiter in Hörgering ein. Da der Gedanke, eine eigene Schnalzergruppe in Eisenärzt zu gründen, schon länger vorhanden war, und beim „Reiter“ der ehemalige Siegsdorfer Goaßlschnalzer Paul Mayer als Lehrer gewonnen werden konnte, gründete man kurzerhand die „Arzter Goaßlschnoitzer“, welche dem Trachtenverein angegliedert sind. Die Gründungsmitglieder waren als Schnalzer: Franz Klapfenberger jun., Stephan Hellmuth, Hans Scheck und Alois Lankes, als Musikant: Alfred Überegger jun.. Mitglied der ersten Stunde wurde Hubert Hasselberger jun..

D´ Arzter Goaßlschnoitzer im Jahre 2009 hinten von links: Scheck Hans, Hellmuth Stephan, Mayer Thomas, Mayer Paul, Klapfenberger Franz jun. Lankes Alois vorne von links: Mayer Andreas, Überegger Alfred jun., Guggelberger Johannes
Am 20.8.2003 wurde Ehrenkassier Hans Birnbacher, der im Alter von 88 Jahren verstarb auf dem Ruhpoldinger Friedhofsberg unter sehr großer Anteilnahme zu Grabe getragen.
Am 14. September gelingt es dem aktiven Dirndl Annemarie Lankes, sich beim Gaujugendpreisplattl´n in Saaldorf für die Gaujugendgruppe zu qualifizieren, was ihr im Jahr darauf ein weiteres Mal gelingen sollte. Es ist das erste mal, dass sich ein Mitglied des Eisenärzter Trachtenvereins in eine Gaugruppe einbringen darf.
Erstmals veranstaltet der Verein am ersten Wochenende im Dezember einen Dorfadvent im Hof der Gauschule, vor dem neuen Trachtenraum. Nach dem Anschießen durch die Eisenärzter Böllerschützen werden die zwei Tage zum vollen Erfolg. Die Idee, mit wenig Aufwand für den Verein viel zu erreichen, erwies sich als ausgezeichnet.
Beim Maibaumaufstellen am 1. Mai 2004 treten erstmals, nach einem guten halben Jahr der Probe, die „Arzter Goaßlschnoitzer“ in der Öffentlichkeit auf, ebenso, wie beim Brückenfest am 4. Juli, das die Eisenärzter Ortsvereine gemeinsam veranstalten, um bei der Finanzierung der Figur des Heiligen Johannes von Nepomuk beizutragen.
Beim Dorfadvent am ersten Wochenende im Dezember gibt das Eisenärzter Bauerntheater erstmals einen Einakter zum Besten, was bei den Besuchern viel Beifall findet.
Am 22.10.2005 feierten die „Arztberger“ ihr 85-jähriges Bestehen mit einem Festabend im Feriendorf. Nach dem Kirchenzug findet in der St.-Josefs-Kirche der Festgottesdienst statt, welchen Pfarrer Dr. Gehrlein zelebriert, er nimmt anschließend auch die Heldenehrung am Kriegerdenkmal vor. Anschließend führte der Festzug mit den Fahnenabordnungen der Gebiets-, Orts- und Patenvereine zurück zum Saal des Feriendorfes, wo ein großer Festabend abgehalten wurde. Der Höhepunkt im abwechslungsreichen Programm war mit Sicherheit der „Arzter Reigen“ der nach über 40 Jahren von den Aktiven wieder aufgeführt wurde, sowie der Sterntanz, der erstmals in der Eisenärzter Geschichte mit acht Paaren getanzt wurde. Am nächsten Tag gab es noch einen geselligen Frühschoppen, zusammen mit den Patenkindern aus Kindberg.
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres ging es am letzten Septemberwochenende zum Vereinsausflug nach Klausen in Südtirol. Am Abend des 29.10.2009 wurden in Klausen die „Eisenärzter Weisenbläser“ gegründet, mit dem Gedanken, beim Dorfadvent mit einer eigenen Bläsergruppe aufwarten zu können. Gründungsmitglieder waren: Irmi Hasselberger, Josef Hasselberger, Erich Hasselberger und Alois Lankes. Sie gaben beim kommenden Dorfadvent ihr Debüt, und sind seitdem v.a. beim Dorfadvent oder auch bei Maiandachten musikalisch unterwegs.

D´Arzter Weisenbläser im Jahre 2005, v.l.: Erich Hasselberger, Eva Maria Hasselberger, Irmi Hasselberger, Alois Lankes, Sepp Hasselberger
Bei der Generalversammlung am 11. März 2006 wurde von Vorplattler Alois Lankes erstmals die Arzter Vereinszeitung vorgestellt, welche seitdem jährlich zur Jahreshauptversammlung erscheint und wichtige Informationen für das Trachtenjahr, und einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr in Wort und Bild gibt.
Am 1. Mai bringt man nach vierwöchiger Wachtzeit den gestohlenen Maibaum nach Reit im Winkl zurück – soweit waren die Arzter Trachtler noch nie zum Maibaumstehlen gefahren. Mit den Aktiven Buam und Dirndl´n sowie den Arzter Goaßlschnoitzer´n wurde das Aufstellen würdig mitgestaltet.
Am 16.05. beschließt man den Beitritt zum Förderverein „Haus der bayerischen Trachtenkultur- und Trachtengeschichte“ in Holzhausen bei Landshut und zum „Heimatverein Eisenärzt“.
Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land nimmt eine Abordnung von Kinder- und Aktivengruppe am 23. Juni beim Straßenmusizieren in der Münchner Fußgängerzone teil, ein einmaliges Erlebnis.
Vom 11. bis zum 13.8.2008 fährt man zum 80- jährigen Bestandsfest des Patenvereins nach Kindberg, verbunden mit dem 60-jährigen Verbandsfest der Mürztaler Trachtenvereine, welches als internationales Volklorefestival mit Gruppen aus 6 europäischen Ländern gefeiert wird. Mit den Aktiven und den Goaßlschnalzer´n gestaltet man die verschiedenen Veranstaltungen mit, und belegt beim Wertungstanzen den 1. und den 2. Platz.
Es reift der Gedanke, das 90-jährige Gründungsfest im Jahre 2010 mit einer Festwoche zu feiern.
Dies wird bei der Jahreshauptversammlung im Jahre 2009 den Mitgliedern erstmals offiziell mitteilt. Es soll mit einer viertägigen Festwoche gefeiert werden.
Am 1. Mai wurde zum wiederholtem Male ein Maibaum im Eisenärzter Dorfzentrum aufgestellt, an diesem wunderschönen Tag kamen so viele Besucher wie noch nie nach Eisenärzt, und der Trachtenverein konnte sich nur mit Müh und Not des Ansturmes erwehren.




